Ein Fasten wie es in der Bibel beschrieben ist, dient den Menschen - meinen Mitmenschen und mir selbst!
Liebe Christinnen und Christen,
da Ostern in diesem Jahr sehr spät ist, beginnt der Monat März heuer mit den närrischen Tagen: mit Tagen des Frohsinns und Humors, der Freude und des ausgelassenen Feierns, eben mit dem Faschingswochenende. Interessanterweise finden die größten und bekanntesten Faschingsveranstaltungen und -umzüge gerade in katholischen Gegenden statt. Dies korrespondiert wiederum mit der darauffolgenden Zeit, nämlich der 40-tägigen Fastenzeit - auch "österliche Bußzeit" genannt.
Als Christen können, dürfen und sollen wir beide Zeiten intensiv erleben. Wenngleich die Faschingstage nicht Teil des liturgischen Kalenders sind, so könnte und sollte unser Christsein aufgrund der frohen und befreienden Botschaft, die wir von Jesus empfangen haben, doch im Innersten geprägt sein von einer großen Freude am Leben, von spürbarer Hoffnung, Zuversicht und Dankbarkeit (was natürlich nicht zu verwechseln ist mit einer oberflächlichem Gaudi). Griesgrämigkeit, ängstlich-kleinkariertes Denken oder eine freudlose, puritanische Haltung sind jedenfalls nicht die Kennzeichen eines Christen, der aus der Frohbotschaft heraus lebt. Denn unser Glaube ist vielmehr etwas Befreiendes, er dient dem Leben der Menschen und ist zukunftsstiftend; er ermöglicht Umkehr, Besinnung und Versöhnung; er eröffnet den Glaubenden neue Möglichkeiten, schafft Veränderungen und Neuanfänge. Und dies gilt für die Tage im Fasching wie auch für die Fastenzeit; denn "fasten" heißt nicht, mit gesenktem Haupt herumlaufen, und "fasten" ist auch mehr als nur "verzichten". Ein Fasten wie es in der Bibel beschrieben ist, dient den Menschen - meinen Mitmenschen und mir selbst!
Deshalb wünsche ich mir und Ihnen für die vor uns liegende Fastenzeit:
• Mut zu haben, um gewohnte Bahnen zu verlassen • Segen für andere zu sein, um Gerechtigkeit und Frieden zu schaffen • Kraft zu schöpfen, um innere Stärke zu gewinnen • Licht in die Welt zu bringen, um dunkle Schatten zu vertreiben • Hoffnung zu teilen, um gemeinsamen Visionen zu folgen • Wege mitzugehen und zu begleiten, um Solidarität und Unterstützung zu zeigen • und Leben zu wagen, um Liebe und Freude zu erfahren.
Noch frohgelaunte Faschingstage und eine gute Fastenzeit!