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November – ein Monat des Gedenkens und der Erinnerung

Datum:
Veröffentlicht: 5.11.14
Von:
S. Walter
Liebe Gemeinde, liebe/r Gottesdienstbesucher/in,

der Monat November ist – mehr als jeder andere Monat – ein Monat des Gedenkens und der Erinnerung. In besonderer Weise gedenken wir da unserer Verstorbenen und besuchen an Allerheiligen bzw. an Allerseelen (katholischerseits) und am Totensonntag (evangelischerseits) die Gräber unserer Verwandten und Freunde. Und am Volkstrauertag erinnern wir uns in ökumenischer Weise und im ganzen Land an die durch die beiden Weltkriege zu Tode gekommenen Menschen – vor genau hundert Jahren begann der erste und vor 75 Jahren der zweite Weltkrieg.

Wir denken aber auch an all die vielen, vielen Menschen, die heute an unzähligen Orten in der ganzen Welt Opfer von Krieg, Gewalt und Verfolgung werden, die durch Terror und Folter getötet und verletzt werden, die ihre Heimat verlassen müssen, weil sie aus ethnischen Gründen oder aufgrund ihres Glaubens verfolgt werden. Als Flüchtlinge suchen sie in Nachbarländern und auch bei uns eine neue sichere Bleibe.

Wenn wir in die Geschichte und in die Bibel schauen, merken wir, dass dieses heute so aktuelle Thema schon immer eine Herausforderung und eine wichtige Aufgabe gewesen ist: „Fremde zu beherbergen“ zählt z.B. zu den sieben Werken der Barmherzigkeit, und Jesus selbst sagt im Matthäus-Evanglium: „Ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen“ (Mt 25,35)

Auf ganz konkrete Weise kann sich hier unser christlicher Glaube bewähren: wenn wir die Situation dieser Menschen wahr- und ernstnehmen, wenn wir ihnen – auf welchen Weg auch immer – Hilfe zukommen lassen, wenn wir – wie es unser Erzbischof Ludwig Schick aktuell formulierte – „gegen Rassendiskriminierung und Fremdenphobie Flagge zeigen“ und eine Willkommenskultur aufbauen und leben.

Wie christlicher Glaube und ein andauerndes friedliches, gewaltfreies Eintreten für eine gute Idee, für Freiheit und Gerechtigkeit, die Politik und unsere Gesellschaft, ja die Welt verändern und mitgestalten kann, zeigt ein weiterer „Gedenktag“ im Monat November: nämlich der 25. Jahrestag vom „Fall der Mauer“ - ein Tag, den es durchaus freudig zu feiern gilt, da er Menschen, die jahrelang voneinander getrennt waren, wieder zusammen geführt hat.

Denken wir in diesem Monat November also ruhig weit zurück und weit voraus:
Denken wir an unsere Ahnen, in deren Kette des Lebens wir stehen.
Denken wir an alle, die mit uns das Leben teilen.
Denken wir an alle, die nach uns kommen, und die mit uns verbunden sind.

Denken wir auch an alle, o Gott, die auf dem Weg zu Dir oder bereits bei Dir sind:
Die großen Heiligen unserer Tage und die namenlosen Heiligen des Alltags,
die Kleinen und die Großen,
die Starken und die Schwachen,
die Armseligen und Ängstlichen,
die voller Hoffnung und Zuversicht.

Denken wir an das ewige Leben, an die Fülle des Lebens, die Jesus uns allen verheißen hat …

In diesem Gedenken bin ich mit Ihnen verbunden -
Ihr Pastoralreferent
Leo Klinger